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Betriebliche Suchtprävention ist eine wichtige Investition in die Gesundheit suchtgefährdeter und suchtkranker Beschäftigter

Betriebliche Gesundheitsförderung

Der Konsum von Nikotin, Alkohol, Medikamenten oder illegalen Drogen hat wesentliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt, auch wenn die negativen Folgen oftmals unterschätzt werden. Internationale Studien belegen einen Zusammenhang zwischen den Konsumgewohnheiten und -mustern von Alkohol und der Abwesenheit vom Arbeitsplatz sowie Zusammenhänge zwischen riskantem Alkoholkonsum und Presenteeism (Produktivitätsverlust durch Anwesenheit bei reduzierter Leistungsfähigkeit). Laut einem Bericht der EU-Kommission sind fast 50 Prozent der europaweit 125 Milliarden Euro sozialer Kosten durch Alkohol auf Produktivitätsverluste in Zusammenhang mit Alkoholkonsum zurückzuführen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen und Projekte gefördert, um die Gesundheitsförderung und speziell die Suchtprävention in  Betrieben weiter zu stärken. So fördert das BMG beispielsweise das Projekt „Hemmende und fördernde Faktoren zur Umsetzung von suchtpräventiven Ansätzen in Klein- und Kleinstbetrieben (KKU)“ (s.u.). Ein weiterer Baustein ist die Erforschung der suchtmittelbezogenen Probleme in der Ausbildung (s.u.) Bislang existieren allerdings nur wenige internationale Untersuchungen, die sich mit der Wirksamkeit von Veränderungen der Arbeits(platz)bedingungen und deren Einfluss auf den riskanten Alkoholkonsum am Arbeitsplatz befassen. Daher fördert das BMG gemeinsam mit der EU das Projekt „European Workplace and Alcohol (EWA) – Nationale Partnerarbeit“ (s.u.). Deutscher Projektpartner ist die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Ziel des Vorhabens ist es, die bestehenden Strategien betrieblicher Suchtprävention zu untersuchen und Strategien zu entwickeln, die hinsichtlich des Alkoholkonsums eine Veränderung des individuellen Verhaltens und des Unternehmensklimas bewirken. Das Projekt wird in Kooperation mit zwölf  europäischen Ländern und zahlreichen Unternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Herbst 2013 vorliegen. 

Projekt prev@WORK

Obwohl der Suchtmittelkonsum in der Altersgruppe der 18- bis 21-Jährigen am höchsten ist, ist er in der Ausbildung ein bisher kaum beachtetes Problem. Aus diesem Grund förderte das BMG von März 2011 bis Februar 2012 die bundesweite Verbreitung des Projekts „Prev@WORK“, das von der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin entwickelt wurde. Ziel des Programms ist die Etablierung der Suchtprävention in der Berufsorientierung, -vorbereitung und -ausbildung. Mehr erfahren

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Modellprojekt: Hemmende und fördernde Faktoren der betrieblichen Suchtprävention in Kleinst- und Kleinunternehmen


Suchtprävention ist in größeren Unternehmen oft Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements oder der betrieblichen Gesundheitsförderung; hier werden teilweise erhebliche Mittel für betriebliche Maßnahmen investiert. In kleinen Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten und Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten sind gesundheitsfördernde Maßnahmen und Suchtprävention sehr selten.
Ziel des Projektes, das in 2012 vom RKW Kompetenzzentrum in Eschborn durchgeführt wurde, war es, mittels einer einjährigen Studie hemmende und fördernde Faktoren von suchtpräventiven Ansätzen in Klein- und Kleinstbetrieben systematisch zu erheben, zu bewerten und basierend auf diesen Erkenntnissen ein Empfehlungen für konkrete Präventionsansätze zu entwickeln.

Faltblätter:
Suchtprävention bei Auszubildenden
Betriebsgeheimnis Sucht
Kurzbericht
Expertise

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„European Workplace and Alcohol“ (EWA), nationale Partnerarbeit

Die DHS beteiligt sich seit November 2011 mit finanzieller Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als nationaler Partner (von insgesamt zwölf Ländern) an dem EU-Projekt „European Workplace and Alcohol“ (EWA). Ziel des Vorhabens ist es, bestehende Strategien betrieblicher Suchtprävention zu untersuchen und Maßnahmen zu entwickeln, die im betrieblichen Kontext hinsichtlich des Alkoholkonsums eine Veränderung des individuellen Verhaltens und des Unternehmensklimas bewirken. Von Mai 2012 bis Februar 2013 wurde in einer Pilotphase untersucht, wie und ob die jeweiligen Suchtpräventionsmaßnahmen im Betrieb wirken. An der Pilotphase nahmen der Landesbetrieb Forst Brandenburg, die Stadt Köln, das Theater Bremen, das Kulturzentrum E-Werk Erlangen sowie die Salzgitter AG teil. Auf Basis eines Arbeitsplans wurden in den Betrieben Modellmaßnahmen betrieblicher Suchtprävention durchgeführt. Ziel war es, das Bewusstsein für die potenziellen Gefahren des Alkoholkonsums messbar zu erhöhen. Zudem sollte der selbst berichtete Alkoholkonsum der Belegschaft durch maßgeschneiderte Angebote der Suchtprävention gesenkt werden. Die Zielerreichung wurde anhand einer anonymen Vorab- und Nachbefragung der Mitarbeiter gemessen. Die Ergebnisse der Pilotphase werden in einem „Werkzeugkoffer“ aufbereitet. Zudem sollen Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger abgeleitet werden.

Mehr dazu unter: www.dhs.de und www.eurocare.org/eu_projects/ewa

 

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Expertengespräch über betriebliche Suchtprävention

2010 fand ein Expertengespräch mit Fachleuten aus Betrieben und Suchthilfe im BMG zum Thema betriebliche Suchtprävention statt. Fachleute aus Betrieben und der Suchthilfe informierten über bestehende Konzepte und den Verbesserungsbedarf bei der betrieblichen Suchtprävention.

Beispiele für betriebliche Angebote zur Suchtprävention können sein:

  • Betriebsvereinbarungen,
  • Informationsveranstaltungen und
  • Seminare zur Früherkennung und Gesprächsführung für Führungskräfte.

Die Beiträge der Experten stehen auf der rechten Seite zum Download bereit.

 

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