Projekt des Monats

KMG Rehabilitationszentrum in Sülzhayn behandelt Kinder mit FASD

Im KMG Rehabilitationszentrum in Sülzhayn werden Kinder mit Fetalen Alkoholspektrumsstörungen (FASD) gemeinsam mit ihren hochengagierten Pflege- und Adoptiveltern behandelt. Häufig haben sie schon eine lange Odyssee durchs Gesundheitssystem hinter sich. Hauptanliegen sind „Schulkummer“ und das Unverständnis des sozialen Umfelds gegenüber den Verhaltensauffälligkeiten, sowie fehlende Anerkennung dieser Behinderung durch die Behörden.

Programm

Das multimodale Programm besteht aus einer neuropsychologischen Untersuchung und einem Training und soll in den Bereichen Ergotherapie, Neuropädagogik, Physiotherapie, Förderunterricht  die Defizite in den Exekutivfunktionen verbessern. Es soll eine Verhaltensregulation erarbeiten und zielt auf die Erstellung eines langfristigen  Ressourcen orientierten Förderplans und trägt zur mehrdimensionalen FASD Diagnostik bei.

Sehr hilfreich ist die Begegnung der FASD Betroffenen mit Rehabilitanden, die eine körperliche Behinderung aufweisen. Sie nehmen sich gegenseitig vorbehaltlos an. Die FASD Betroffenen zeigen den körperlich Behinderten gegenüber sehr gute Sozialkompetenzen.

In gemeinsamen Gesprächsrunden profitieren auch die Eltern von den Diskussionen über den Umgang mit unterschiedlichsten Behinderungen.

Die Bezugspersonen erfahren in den Einzelgesprächen und ärztlich-psycho-therapeutisch geleiteten Seminaren, wie sie im Alltag mit FASD umgehen können. Sie erhalten die Gelegenheit, sich mit anderen Eltern auszutauschen, um gemeinsam die Herausforderungen zu bewältigen, die ein behindertes Kind an sie stellt.

Um den Bezugspersonen die Chance zu geben, mal etwas für sich zu tun, gibt es verschiedene Sportangebote, kinderfreie Zeiten und die Rückmeldung, dass „nicht alles FASD“ ist. Den Bezugspersonen wird die Angst genommen mit ihren Kindern die „Frage des Andersseins durch FASD“ zu besprechen. Dabei werden sie therapeutisch begleitet. Die Kinder verarbeiten ihre Vorstellungen oft in Form von Zeichnungen.

Ergebnis

Als Ergebnis der Rehabilitationsmaßnahme, die auch bei Jugendlichen eine Überprüfung der beruflichen Eignung und  Neigung, auch in Form klinikinterner Minipraktika  z.B. im Servicebereich beinhaltet, erhalten die Bezugspersonen  ein Gutachten, welches die Ressourcen und Empfehlungen, aber auch „behördenspezifische Aufträge“ enthält, sowie einen USB-Stick mit „FASD-Rezepten“.

Die Nachsorge wird organisiert und manchmal ist zur Verminderung des  „Schulkummers“ ein Schulwechsel notwendig.

Die Ergebnisse einer Nachbefragung der Eltern zur Rehabilitation werden derzeit in einer Bachelorarbeit verifiziert.

Das Rehabilitationszentrum baut ein Netzwerk mit Jugendämtern, medizinisch-therapeutischen Einrichtungen und Behörden auf, um die Odyssee der Betroffenen zu beenden und ihnen eine passgenaue Weiterbehandlung zu ermöglichen.

Dr. Hoff-Emden (Chefärztin) informiert auf zahlreichen Fortbildungen und Kongressen deutschlandweit die „Netzwerkakteure  FASD“ unterschiedlichster Professionen.

Das Rehazentrum hat gemeinsam mit der Justiz einen Arbeitskreis in Leben gerufen, um Jugendliche Straftäter mit FASD besser zu identifizieren und eine für sie adäquate Strafverfolgung zu ermöglichen.

Kontakt

KMG Rehabilitationszentrum Sülzhayn GmbH
Neurologisches Rehabilitationszentrum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Am Haidberg 1 • 99755 Ellrich / OT Sülzhayn
Telefon 03 63 32. 8 10 35 • Fax 03 63 32. 8 10 57
Email: 
H.Hoff-Emden@kmg-kliniken.de
www.kmg-kliniken.de

 

 

Logo KMG

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Bild 1 von 4: Musiktherapie

Bild 2 von 4: FASD-Kinder in der Therapie („ Berufstherapie “ )

Bild 3 von 4: Pflegekinder mit ihren Pflegeeltern

Bild 4 von 4: Die KMG Reha-Einrichtung in Sülzhayn

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Bild von Lisa (Name geändert), FASD-Kind, 13 Jahre

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